und dort Lesezeichen setzen, Link setzen, liken, einkreisen, retweeten, per E-mail abonnieren und sich wohl fühlen. Hier passiert nix mehr, ihr braucht also nicht wiederkommen. Alle Fotos und Texte sind mitgezogen, es gibt hier nichts mehr zu sehen, bitte gehen Sie weiter...
Die Wanderung auf den Farrenpoint und den Mitterberg sowie halb auf die Rampoldplatte bei Brannenburg ist eine der Touren, die nicht ewig in Erinnerung bleiben werden. Dort gewesen und fertig, mit etwas Mühe kann man sie sich ein wenig schön reden. Besser als gar nicht auf dem Berg, Bewegung und frische Luft sind gesund, es hätte ja auch viel mehr regnen können, eine Alm hatte offen und am Rückweg hatten wir ja keinen Stau... Dafür sind wir stundenlang über matschige, rutschige Wege gestapft, zum Teil durch Nieselregen, zum Teil ziemlich stupide über Waldwege. Alles noch erträglich. Bis zum Schneesturm.
Aber von vorne. Dass es kein Sommerausflug werden würde, war klar. Und im Grunde war es auch trockener als erwartet. Von München über die A8 und die A93, gleich die erste Abfahrt nach dem Inntaldreieck, Reischenhart, nehmen und nach Brannenburg fahren. Am Wanderparkplatz ist noch alles trocken, Ponys und Ziegen bewachen die Autos. Ein Schilderwald verweist auf allerlei Hütten, Almen, Berggipfel, unser Ziel, der Farrenpoint, scheint das schwarze Schaf der Umgebung zu sein, denn erst nach 2 Stunden taucht zum ersten Mal ein Schild mit seinem Namen auf.
Es geht am Bach entlang, über Stock und Stein, kein langsamen Einlaufen sondern direkt recht steil nach oben. Eigentlich ein schöner Weg, aber es ist nass, matschig und rutschig, Gamaschen sind das wichtigste Accessoire heute. Schön läuft es sich dagegen auf dem Gelände der Schlipfgrubalm- samitg-weiches Alm-Gras! Die einzigen Tiere weit und breit sind ca. 10 Hunde, die zu diversen Wandergruppen gehören und teilweise eher aussehen wir kleine Eisbären. Hätte es mehr geregnet, ich glaube, wir wären umgekehrt. Einfach ungemütlich das alles.
Die Entschädigung dann aber auf dem Gipfel des Farrenpoint (1273 m): ein wirklich schöner Blick in die Ebene, in der Ferne sieht man Regenschauer niedergehen. Am Gipfelkreuz steht eine Bank, man blickt auf einen winzigen See an der Huberalm, jede Menge Bäume, es gibt einen Geocache und der einzige andere Mensch am Gipfel ist ein Läufer, der mein Angebot, einen Schluck von meinem Wasser zu trinken, ausschlägt und lieber ein paar Liegestützen macht.
Mit neuem Mut und neuer Energie geht es wieder ein Stück hinab zu einem Sattel und dann weiter zum Mitterberg auf 1214 m. Kahl und windig ist es hier, ein toller Blick auf den Farrenpoint rüber aber auch Wendelstein und Breitenstein sind nicht weit. Wir starten die Planung einer 7-Summits-Tour hier für den Sommer, die 7 bekommt man wohl leicht zusammen.
An der Schubräu-Alm entscheiden wir, auch noch auf die Rampoldplatte zu steigen, soll laut Schild nur 45 min dauern. Der Weg ist nun sehr glitschig, bei jedem Schritt zerstört man die Grasnarbe und läuft Gefahr, den Hang hinunter zu rutschen. Nach einer Weile liegt dann zur Abwechslung mal Schnee, meist nur eine dünne Schicht und drunter Matsch, also ganz toll zu laufen. Der Vater mit schlafendem Kind auf dem Rücken vor uns trabt aber auch munter bergauf also kämpfen wir uns weiter, und dann fallen ein paar Schneeflocken.
Und dann beginnt ein Schneesturm.
Nichts mit Schneeflöckchen-Weißröckchen, sondern schräg von der Seite und wild wirbelnd und der Schneesturm ist das Ende aller Aussicht. Etwa auf halbem Weg zum Gipfel drehen wir um. Es ist Frühling, und Schneesturm macht einfach keinen Spaß mehr. Über den breiten Forstweg geht’s zurück, an der Schlipfgrubalm kehren wir noch ein, das ist aber keine Offenbarung. Der Eierlikör-Sand-Kuchen ganz ok, der Kaffee wahrscheinlich seit Stunden in der Thermoskanne, die Leute aus Mangel an Gästen beim Familienplausch und freundlich, aber es gibt nicht mal Klopapier.
Also Fazit, Hauptsache draußen gewesen und eine Tour gemacht. Und zumindest Lust bekommen, auf viele schöne Touren im Sommer.
PS: Bilder gibt’s erst mal keine, lohnt nicht mehr, da in Kürze das Blog umgezogen ist, im neuen gibt’s dann auch Bilder zum Farrenpoint. Falls die jemand sehen will. Den Eisbär-Hund habe ich nicht fotografiert, aber den Liegestützer am Gipfel ;-)
Da sitzt ein 80-jähriger auf einer unscheinbaren Bühne in Gräfelfing, schaut auf ein Foto des Mount Everest und träumt davon, dass endlich mal jemand die Erstbegehung eines 30 Kilometer langen Grats erfolgreich bewältigt. Am liebsten ja er selber...
Dabei hat Kurt Diemberger in den letzten 60 Jahren so einige 8000er bestiegen, teilweise als erster ohne künstlichen Sauerstoff, und war ein Pionier bei Film- und Tonaufnahmen als Kameramann auf den Bergen dieser Welt. Bei seinem Vortrag am Mittwoch hätte ich ihm stundenlang zuhören können, er hat mit einer solchen Begeisterung von seinen Reisen und Expeditionen erzählt, Anekdoten von Weggefährten wie Herrmann Buhl, Luis Trenker und Julie Tullis, mit der er viele Filme gedreht hat, von Abstürzen, Tod, vom Wetter - und immer wieder vom Träumen! Es war wirklich auffällig, wie oft Diemberger von seinen Träumen erzählt hat und von der Wichtigkeit des Träumens überhaupt. Mein Lieblingszitat habe ich schon getwittert:
Es ist besser, es platzt mal ein Traum, als dass man gar keine Träume hat.
Überhaupt hat er so viele gute Dinge gesagt, in seiner entspannten, charmanten Art, dass ich mir so einiges mitgeschrieben habe, fürs Gipfelglück und für mein restliches Leben ;-)
Zum Beispiel den Tipp, dass man im Biwak singen sollte. Dann ist es weniger kalt!
Die schönsten Plätze der Erde sollten hinter einer Barriere der Mühe liegen.
Wer einmal mit dem Bergsteigen anfängt, hört nie wieder auf. Und wer die ersten zwei Jahre klettern überlebt, wird voraussichtlich sehr alt werden.
Mit der Elektronik (sprich mit Powerpoint...) ist es wie mit einer Erstbesteigung, immer Überraschungen und man weiß nie was kommt. (Dem Sinn nach zitiert, habe das leider nicht ganz mitgeschrieben).
Ein Vortrag mit lauter tollen Bildern und tollen Geschichten: Wie er mit Kamelen zum Berg geritten ist. Wie er einen Geldbeutel am Mont Blanc bergen musste. Wie er Filmmaterial einer Lawine aus einem Archiv eingekauft hat, weil er davon berichten wollte, wie er am Broad Peak in eine Lawine geraten ist und leider gerade nicht selbst filmen konnte. Wie er seine Mitwanderer aufgehalten hat, weil er ständig fotografieren und filmen wollte. Und mit leuchtenden Augen hat er seinen eigenen Film vom Everest gezeigt und kommentiert.
Im Gewühl der vielen Zuhörer habe ich das letzte Buch am Verkaufstisch der Buchhandlung ergreifen können, Diemberger hat natürlich signiert, während er gleichzeitig von anderen Leuten fotografiert wurde - so ist das bei einer Legende, auch wenn sie schon 80 Jahre alt ist. Ich hoffe nun, dass das Buch von ihm, Aufbruch ins Ungewisse, genau so grandios ist wie sein Vortrag und freue mich schon aufs Nachlesen.
PS: Irgendwas habe ich mir notiert mit Daulaghiri und einem Rentierschlitten... vielleicht hat die Rechtschreibkorrektur vom Iphone da etwas eigenes zusammengebastelt, jedenfalls weiß ich wirklich nicht mehr, was da gemeint ist...
Was macht man an einem grauen November April-Tag, wenn man keine Bergtour machen kann: Man geht ins Museum. In München zum Beispiel ins Alpine Museum des Alpenvereins, das idyllisch mitten in der Isar auf der Praterinsel liegt. Die aktuelle Ausstellung lautet "Alpenverein und Bergsteigen 1918 bis 1945", sie wurde gerade bis zum 21. Oktober 2012 verlängert. Mein Fazit: nicht schlecht, aber im November im Alpenvereinsmuseum in Innsbruck fand ich doch viel interessanter...
Im Garten des Museum kann man vor dem Museumsbesuch schon einen kleinen Rundgang machen und verschiedene Gesteinsarten der Alpen mal mit Namen kennen lernen: Glaukonitsandstein, den roten Karrekalk oder auch den Bozener Quarzporphyr und ein verirrter Wandersmann, dem die Regentropfen vom Hut perlen, sitzt da auch und starrt in seine Wanderkarte...
Die Zeitspanne, um die es in der Ausstellung geht, ist schon eine spannende, denn es passieren viele, hauptsächlich schreckliche, Dinge in Deutschland. Bergwandern und Bergsteigen werden politisch – Juden werden aus den Alpenvereinssektionen ausgeschlossen, gleichzeitig wird das Erstbesteigen von Wänden wie der Eiger Nordwand oder Gipfeln wie dem Nanga Parbat zur Heldendaten „für Deutschland“ und mehr mit Kampf verglichen als mit Sport.
Aber auch: die ersten Frauen gehen Bergsteigen und auf Expeditionen! Umweltschutz und die Erschließung der Alpen durch Seilbahnen werden erstmals ernsthaft diskutiert. Südtirol wird italienisch. Alpinismus ist olympische Disziplin! Bergsteiger sind Helden. Es entstehen große Ausrüster wie das Sporthaus Schuster in München, Ausrüstung wird besser – aber was für ein Vergleich zu heute. Mit der Kleidung, mit der man damals versucht hat, den Nanga Parbat zu steigen, mit der würden wir heute nicht zum Perlacher Mugl aufbrechen!
All diese Themen werden relativ kurz erklärt, mit ein paar Exponaten, Fotos, viele eher langweilige Briefe und Dokumente, besonders zur Politik und Verwaltung des Alpenvereins. Sicher wichtig zur Aufbereitung der Vergangenheit, aber Filmaufnahmen aus fernen Gebirgen wie dem Kaukasus waren da schon sehr viel interessanter.
Nun, für einen Regensonntag ist das Museum des Alpenvereins sicher keine schlechte Idee, aber wer Zeit hat, sollte lieber nach Innsbruck fahren und dort die wirklich tolle Ausstellung im Alpenvereinsmuseum ansehen.
Oder gleich nach Bern, denn dort wurde gerade das Schweizer Pendant neu eröffnet: Das Alpine Museum der Schweiz hat umgebaut und zeigt gerade seine Sammlung sehr unkonventionell: ordentlich auf dem Fußboden nebeneinander gelegt sind Ausrüstungsgegenstände, Kunstwerke, Hirschgeweihe und Hüttenbücher. Die Besucher gehen auf Stegen hindurch und können mit Ferngläsern genauere Blicke auf die Exponate werfen. Die Ausstellung klingt im Bericht der Zeitung "Der Bund" toll, die eigene Website ist weniger ansprechend. Zu sehen leider nur bis 26. August - das wird wohl knapp, die nächsten Wochenenden sind leider schon sehr verplant. Aber der Anfang scheint vielversprechend, vielleicht gibt’s im nächsten November ja mal ein graues Regenwochenende, das sich für einen Museumsbesuch eignet.
Unser Wandern am Gardasee verlief deutlich anders als geplant... Der Plan war die sogenannte Monte Baldo Überschreitung, über Cima Pozette, Cima Valdritta und einige andere Gipfel im Monte Baldo Massiv, dem höchtsten Berg am Gardasee.
Wir saßen am Ostersamstag fast als erste um 8 Uhr bei strömendem Regen beim Frühstück, saßen als einzige im Touristenbus zur Seilbahn, sind als einzige Leute mit dem Funivia von der Talstation zu Mittelstation und von der Mittelstation zur Bergstation gefahren. Dort oben waren wenigstens einige Leute mit putzen beschäftigt.
Ansonsten Nebel, Wolken und Nieselregen.
Tapfer sind wir losmarschiert, Winterausrüstung in Form von Mütze, Handschuhe, Schal, Buff, Regenjacke, Regenhose hatten wir ja dabei. Wenigstens gab es Wegmarkierungen, manchen sogar gelb angestrichen und 1 Meter hoch. Die haben geholfen, als dann Schnee lag zwischen den Latschen. Manchmal sah man ein Steinmännchen oder einen Skilift, meistens aber nichts.
Nach etwa 1 ½ Stunden fing es an zu schneien – auf den nächsten Hügel sind wir noch hoch, haben am GPS Gerät die Stelle markiert und sind umgekehrt, schweren Herzens, aber es war wohl vernünftig, da nicht weiter zu schlurfen und Spaß hat es leider wirklich keinen gemacht. Das ganze erinnerte sehr an den Ben Nevis (ich wollte gerade verlinken, da bemerke ich, dass der Bericht ja noch gar nicht geschrieben ist...) außer dass dort viele Menschen unterwegs waren und wir auch am Gipfel angelangt waren.
Bei Annäherung an die Bergstation tauchten im Nebel tatsächlich noch andere Menschen auf – nicht winterlich angezogen, die meisten saßen im Bistro und tranken Kaffee. Eine Gruppe Bergführer (so sahen sie meiner Ansicht nach aus) trank lieber Aperol Spritz. Selten hat ein Getränk so gewärmt wie dieser Kaffee und irgendwie hatte es eine heldenhafte Aura, wie wir uns da aus den Schichten schälten, offensichtlich nach einer Wanderung durch höchst unwegsame Verhältnisse.
Plan B: Wanderung auf den Monte Brione
In der Seilbahn nach unten waren dann auch ca 25 Leute, am Seeufer war es trocken und es zeigten sich sogar erste Stellen von blauem Himmel. Der Monte Baldo kam dagegen erst am Montag morgen aus der Wolkensuppe gekrochen. Es war noch früh, deswegen haben wir schnell einen Plan B geschrieben: Ganz im Norden des Gardasees trennt ein massiver Felsbrocken die Orte Torbole und Riva del Garda von einander. Der Monte Brione ist zwar nur 376 Meter hoch, bietet aber eine tolle Aussicht, schöne Pfade, ein Gipfelkreuz, Sonnenschein und ziemliche Ruhe, denn er liegt halt 300 Meter über dem Trubel der Seepromenade.
Wenn man durch den Tunnel nach Riva kommt, ist gleich rechts hinterm Tunnel ein kostenloser Parkplatz. Und unmittelbar am Tunnel geht eine schmale Treppe nach oben, hier beginnt der Wanderpfad, der zurzeit ein wenig hergerichtet wird, mit neuen Baumstamm-Stufen an steilen, matschigen Stellen und mit Zäunen, wo es zu steil den Hang hinunter nach Torbole gehen könnte. Tobende Kinder sollten hier aufpassen, ansonsten ist der Weg aber einfach und gut für Familien machbar. Mountainbiker waren auch unterwegs.
Der Rückweg nach dem Gipfelkreuz geht in einem großen Bogen zurück nach Riva, durch Olivenhaine und blühende Bäume, angenehm zu laufen und entspannend.
Für geübte Wanderer keine wirklich aufregende Tour, aber eine gute Alternative, wenn zu viel Wolken über dem Monte Baldo hängen und man einen ruhigen Nachmittag genießen will.
"Die Gebrauchsanweisung für den Gardasee" sollte eigentlich meine Urlaubslektüre für Ostern werden, aber irgendwie war alles zu knapp und die Bestellung kam nicht rechtzeitig bei mir an. Nach der Rückkehr gestern habe ich das Buch dann in der Packstation abgeholt, gleich die ersten paar Kapitel gelesen und war begeistert. Denn schon auf Seite 24 berichtet Rainer Stephan von einem Geheimtipp - und den habe ich ganz allein gefunden, ohne Buch oder Reiseführer :)
Die Anreise von München zum Gardasee ist wirklich wunderbar kurz, wie einem alle erzählen, wenn man nach München zieht. Von der Autostrada nimmt man die Abfahrt, die scheinbar alle deutschen Autos nehmen, Revereto-Süd bzw Lago die Garda Nord, steht ein wenig an der Mautstation an, schlängelt sich durch ein enges Tal (über das eine tolle Geschichte in der Gebrauchsanweisung steht, aber dafür ist jetzt keine Zeit), kommt an einen Pass, erblickt den Gardasee und als aufmerksame Fahrerin auch gleich einen Parkplatz. Von dem lässt sich die wunderbare Sicht auf den See, die umliegenden Berge, Massen von Segelbooten sehr genießen. Und geht man ein paar Schritte die Straße hinunter und auf die ander Seite, ist dort eine kleine Bar mit winzigen Tischen, zwar unmittelbar an der Straße gelegen, aber mit Seeblick und Espresso! Unaufmerksame Fahrer rauschen vorbei, nur Leser der Gebrauchsanweisung und des Gipfelglück Blogs kommen vielleicht bewusst hier vorbei...
Menschenmassen...
Rund um den Gardasee herrscht ein unglaublicher Massentourismus, im Sommer sind die engen Straßen sicher die Hölle, aber jetzt an Ostern ging es eigentlich noch, und jeder findet die Massen, zu denen er passt- in Limone und Malcesine zum Beispiel die Eis-Esser, Minigolf-Spieler und Ramsch-Souvenir-Käufer, im Norden dagenen, in Riva und vor allem Arco zum Beispiel, die Segler, Wanderer, Windsurfer, Kletterer und andere Outdoor-Fans. Im Norden sind einfach lauter sportliche, aktive Menschen unterwegs, toll. Radfahrer sind überall, gerne auch ohne Licht und Reflektoren in dunklen Tunnels, das freut einen als Autofahrer, wenn plötzlich ein schwankender Schatten vor einem auftaucht...
Auffällig ist auch, dass man diesen Menschenmassen ganz leicht entkommen kann- sei es in engen Gässchen oder auf Hügeln, Bergen und Seitentälern. Das Val (oder Valle) de Ledro und der Lago de Ledro zum Beispiel. Nur ein paar Minuten von Riva entfernt, ein wunderschöner Bergsee und kaum Menschen. Leider zu kalt und ungemütlich um sich länger aufzuhalten, beim nächsten Mal gerne länger. Oder die leichte Wanderung auf den Monte Brione (Blogartikel folgt), wenig Leute hier unterwegs und ganz schnell ist man dem Trubel entflohen und genießt Ruhe und Sonne und Blicke auf Torbole und den See.
Zum Shopping nach Arco
Sehr gefallen hat mir ja Arco- nicht direkt am See gelegen sondern vielleicht 5 km nördlich. Mitten im Ort ein hoher steiler Felsen mit einer Burg drauf und ansonsten sieht man Menschen in Outdoor Klamotten, Eisdielen und Outdoor-Geschäfte. 13 Stück haben wir gezählt, auf engestem Raum. Kein Schund, kein Schnäppchenrausch, sondern ernsthafte Verkäufe von Eispickeln, 20 Sorten Kletterseil, Schuhe für jegliche Tätigkeit, einfach alles was das Outdoorerherz begehrt. Aufgrund von Hunger waren wir nicht in jedem Laden und ich habe auch nur eine kleine Bandschlinge erstanden, schwierigere Entscheidungen wie eine Tshirtfarbe oder so hätte ich hier nicht treffen können. Ach ja - und egal wie katholisch Italien auch sein mag, die Geschäfte machen sie brav an allen möglichen Feiertagen auf :)
Zum Übernachten: Malcesine
Zum Abschluss noch zum Übernachten, wir waren in einem kleinen Hotel in Malcesine, wobei es im Vorort Navene war, dort fängt der praktische Radweg nach Malcesine an und man muss nicht auf der engen Straße radeln, wo es Wohnmobile en masse gibt, die gleichzeitig Auto lenken und Aussicht genießen... Im Hotel konnten wir kostenlos Mountainbikes leihen, die haben aber gerade für die 4 km getaugt, für längere Strecken waren sie einfach zu altersschwach - aber es hat gereicht. Rund um Malcesine fährt außerdem ein Touristenbus bis Mitternacht für 1 Euro pro Strecke, so dass man abends weder Parkplatz suchen muss noch diskutieren wie das ist mit Rotwein trinken und Auto fahren und so.
Kurzum, ein tolles Urlaubsgebiet, und da ich ja jetzt die Gebrauchsanweisung besitze, kann ich gleich die nächste Tour planen und Geheimtipps finden!
Die Auswahl an Outdoormöglichkeiten am Gardasee ist der Wahnsinn, und auch Klettersteige gibt es unendlich viele. Wir haben uns für Ostersonntag für den eher einfachen Via Ferrata Fausto Susatti entschieden, der wirklich viel viel Spaß gemacht hat, der auch bei den nassen Verhältnissen kein Problem war, nicht langweilig aber auch nicht angstmachend anspruchsvoll war. Sozusagen perfekt.
Schon bevor es richtig losgeht, darf man bereits genießen: Kurze Fahrt weg vom Seeufer durch einen langen Tunnel Richtung Valle de Ledro, in der Nordwest-Ecke des Gardasees, weg von den Menschenmassen am See. Auto abstellen in Biacesa, unmittelbar am Ortsschild ist links ein (kostenloser) Parkplatz oder ansonsten am Sportplatz, dazu an der Bushaltestelle rechts und gleich wieder rechts abbiegen. Kurzer Fußmarsch durch die Gassen des Ortes (dort sind auch mehrere Brunnen mit Trinkwasser) und dann auf einen schmalen Pfad, der auf und ab über Stock und Stein und Wurzeln durch den Wald geht. Immer mal erste Blicke auf den Gardasee und ins Ledrotal.
Einstieg zum Klettersteig
Pünktlich zum Einstieg zum Klettersteig: Regentropfen, aber zum Glück auch gleich eine Höhle, in der sich 6 Leute sammeln und Ausrüstung anlegen. Ich prophezeie, dass spätestens nach 5 Minuten der Regen aufhören wird, aber als wir losgehen, schüttet es noch ziemlich. Nach 5 Minuten hört es auf zu regnen, natürlich, und nachdem die ersten Kletterstellen überwunden sind, ziehen wir die Regenjacken aus und die Sonnenbrillen an. Die Felsen sind ein wenig glitschig, aber nicht schlimm, es geht zwischendurch viel über Gras.
Auf dem Via Ferrata Fausto Susatti gibt es ein paar lustige luftige Querungen, ein paar richtig steile Stellen, kaminartige Felsstücke und Eisenstifte, die den Fels zur Treppe machen. Das meiste kann man wahrscheinlich sogar ohne Drahtseil hinbekommen, an einigen Stellen war ich über das Seil froh (meistens habe ich mich aber bemüht, ohne Seilberührung zu klettern, zum Üben...) und 1-2 mal war es schon sehr beruhigend, das Klettersteigset dabei zu wissen. Es waren durchaus viele Kinder auf diesem Klettersteig unterwegs und auch Leute mit seltsamer oder ganz ohne Ausrüstung – was sicher geht, so lange vor einem keiner runterstürzt und einen mitreißt...
Am Gipfel des Cima Capi
Überall tolle Blicke auf den Gardasee und viele viele Segelboote unten! Nach einer Weile kommt dann eine Italien-Fahne aus Metall in Sicht, wir stehen auf dem Gipfel des 909 Meter hohen Cima Capi, zusammen mit etwa 15 anderen Bergsteigern und unfassbaren Mengen von fallendem Graupel, der das Gipfelglück trübt und ungemütlich macht...
Also gleich weiter über den Grat, nach einer Weile muss man links abbiegen zum Via Ferrata M. Foletti. Hier hängen wir leider ziemlich lange hinter einer Vater-Kind-Seilschaft fest... Zum Schluss eine fiese Stelle zum Runterklettern, was ich so gar nicht mag- es geht aber besser als gedacht und das mulmige Gefühl im Bauch verschwindet, als ein weiterer Junge hinter mir so cool runter steigt, als würde er das notfalls auch mit verbundenen Augen kopfüber und Liedchen pfeifend machen... Nach einem Stück auf einem Waldpfad gelangt man zum Bivacco Arcioni, eine Schutzhütte zum Ausruhen, Ausrüstung wegpacken und Gesicht in die Sonne halten, unbewirtschaftet, aber es gibt Ofen und Kochmöglichkeit, falls mal schlimmeres als Graupel fällt und man hier die Nacht verbringen muss.
Der weitere Weg runter geht durch den Wald, eher unspektakulär, entspannt genug um die vergangene Tour im Kopf noch mal zu gehen – die einfach toll ist! Den Massen, die am See unten unterwegs sind, kann man hier prima entgehen.
Ich bin auf dem Land aufgewachsen, und da bedeutete es die größte Freiheit überhaupt, endlich den Führerschein in der Tasche zu haben und selber Auto fahren zu können. Und das Gefühl hält dann ein Leben lang an... Urlaub mit dem Flugzeug ist natürlich was Feines- ganz einfach weil es dann weit weg geht! Urlaub mit der Bahn ist für mich überhaupt keine Option; klar umweltfreundlich, aber für mich komfort-, entspannungs- und nervenfeindlich. Urlaub mit dem Fahrrad noch umweltfreundlicher, aber der Bewegungsradius ist doch arg eingegrenzt. Also: Urlaub mit Auto!
Im Moment ist leider ein wichtiger Gedanke der horrende Benzinpreis. Gut, wenn man auf dem Weg in den Urlaub wenigstens durch Österreich kommt und billig Benzin einkaufen kann. Zudem gilt für mich, dass ich halt im Alltag versuche, so viel wie möglich mit dem Fahrrad zu machen, auch die 10 km zur Arbeit und so spare, Benzin und CO2, und mir deswegen im Urlaub durchaus Auto-Benzin leisten kann, vom Geldbeutel wie vom Umweltgewissen her.
Jedenfalls spart man Zeit! Das Auto steht vor der Tür, also keine Busfahrt zur Sbahn und mit der Sbahn zum Flughafen und überall Zeitpuffer einplanen, damit man das Flugzeug nicht verpasst. Nein, das Auto fährt dann los, wenn ich den Schlüssel rumdrehe. (Grund 1)
Bis zu einem gewissen Zeitpunkt kann ich auch noch mal rumdrehen, wenn ich vergessen habe die Sonnenbrille einzupacken oder das Bügeleisen auszuschalten. Unmöglich, wenn ich schon auf halbem Wege zum Flughafen bin (Grund 2).
Packen ist das 3. große Thema. Sicher geht es auch mit wenig, sicher komm ich mit 2 T-Shirts aus, wenn ich sie abwechselnd trage und mal auf links drehe. Man kann Sportausrüstung leihen, man muss keine Bücher lesen oder kann zu zweit eins lesen, kann einen Reiseführer auf dem Handy dabei haben und die Sprache vorher so gut lernen, dass man kein Wörterbuch braucht. Theoretisch- denn ich finde es toll, so viel Platz im Auto zu haben! Um vom Urlaub auch noch eine Kiste Wein, ein paar Steine, Bildbände, neu gekaufte Schuhe und massenweise Tafeln der neuen Lieblingsschokolade mitzubringen.
Planen und Vorfreude – Nummer 4: Wenn ich mit dem Auto weg fahre, verbringe ich vor der Tour viel Zeit mit Landkarten und mit dem Planen der Strecke. Liegen Orte auf der Route, wo ich schon mal war, kommen frohe Erinnerungen hoch. Manchmal lese ich Ortsnamen, die irgendwie bekannt klingen, aber die ich ganz woanders verortet hätte. Sind an der Strecke schöne Orte zum Pause machen? Oder kann man auf dem Weg noch schnell einen Geocache mitnehmen? Und 500 m weiter, am nächsten Parkplatz, direkt noch einen? Nicht, dass ich bei Flugzeug-Reisen keine Vorfreude hätte, aber nicht, was die Wegstrecke angeht.
Grund No 5: Spontaneität und Unabhängigkeit. Ich bin die Herrscherin über den Blinker, wenn ich will, halte ich an. Zum Fotografieren, zum Geocachen, zum Füße vertreten, wenn ich will, auf jedem Parkplatz! Oder gar nicht. Wenn ich nicht muss, halte ich mich nicht in langweiligen Raststätten auf, nur weil der Busfahrer eine Pause braucht oder der halbe Bus rauchen will. Und wenn ich an der scenic route hinter jeden zweiten Kurve ein Foto machen will - dann mache ich das. Wenn es einen Parkplatz gibt...
Sechstens Bequemlichkeit – als Fahrerin habe ich alle Beinfreiheit, die ich brauche. Fenster auf, Musik an, Gebläse weniger, Sonnenblende runter, das bietet mir alles nur das Auto. Und die Gefahr ist niedrig, dass vorher jemand heimlich einen nassen Regenschirm auf meinen Sitz gelegt hat...
Grund 7: Sich verfahren – ja, das ist ernsthaft ein Grund. Ecken durch Zufall entdecken, weil man zu früh oder zu spät oder zu links abgebogen ist. Meistens ja auch kein Problem, wenden, Karte oder Navi konsultieren und zurückfahren, nach dem Eis essen, Aussicht fotografieren oder was man sonst entdeckt hat. An der falschen Station aus dem Zug aussteigen kann damit nicht mithalten!
8-10 entfallen nun doch, wegen Stau, Parkplatzsuche, während der Fahrt nicht lesen können und keinen Alkohol trinken, CO2, Lärm, Unfällen usw usw. Aber morgen um 5 klingelt der Wecker, das Auto setzt sich gegen 10 vor 6 in Bewegung, vielleicht auch 5 vor 6. Und die Fahrerin hält voraussichtlich spätestens um 12 in einem Cafe am Gardasee das Gesicht in die Sonne, einen Aperol in der Hand. Wenn es nicht unterwegs zu viele Staus gab. Oder Geocaches.
Nach allem Reden vom Frühling hatte es Samstag Nacht noch mal ordentlich geschneit am Tegernsee, und am Leonhardstein - nur 1.449 Meter hoch - lag unter dem frischen Schnee noch eine feste unangenehme Eisschicht. Eine abenteuerliche Wanderung war es, die im Nachhinein auch Spaß gemacht hat, aber empfehlen kann ich sie nur sehr trittsicheren, fitten, unängstlichen Wanderern. Selbst im Sommer ist die Rinne vor dem Gipfel als nicht ganz einfach bekannt, auf dem Gipfel selber ist nicht viel Platz, aber der Blick rundum belohnt die Aufstiegsstrapazen. Also WARNUNG, das ist kein Spaziergang!
Die Wanderung auf den Leonhardstein beginnt in Kreuth, am Kurhaus gibt es einen kostenlosen Parkplatz, genau gegenüber von einem Kuchenproduzenten, der später noch Erwähnung finden wird.
An der Kirche vorbei geht es zunächst ganz gemütlich über die Wiesen Richtung Wald, am Bach entlang, durch ein Gemisch aus Matsch, feuchten Blättern und Schneeresten. Nicht angenehm, aber das ist halt Frühling. Gamaschen sind früh von Vorteil bei dieser Bergtour. Es geht ein bisschen durch den Wald, gemütlich ansteigend, irgendwann ist der Untergrund nur noch Schnee, aber man sieht Trittspuren und ein paar Schilder und manchmal ist sogar ein Weg erkennbar.
Steilhang und Gletscherfeeling
Das ändert sich nach 1 Stunde, ab jetzt geht es steil bergauf, ohne erkennbaren Weg, nur mit wenigen Spuren, ab hier gibt es auch erst mal keine Fotos mehr. Ein oder zwei rutschige Steine- hier wollte ich fast schon umkehren, habe mich nicht getraut was zu sagen (zum Glück), und es kamen auch keine weiteren rutschigen Steine mehr, die waren alle unter Schnee und Eis versteckt. Zum Teil sind tiefe Löcher im Schnee, und es trifft jeden Mal einen anderen von uns mit dem Reinfallen. Wir können auch immer wieder rausklettern... Das Stufen Treten ist teilweise wie in einer Erzählung einer 8000er-Besteigung, sauanstrengend, steil, minimale Trittfläche und wie es im Yoga so schön heißt - Vorfußbelastung!
Keinerlei Spur oder Weg zu sehen, nur ab und an eine rote Markierung an einem Baum, und nur sichtbar, wenn der Schnee nicht so hoch ist. Plötzlich Stimmen hinter uns. Einer hat uns ruckzuck überholt, der zweite hatte eine Jeans an, und in unsere Stufen sind die vier anderen Wanderner natürlich auch locker gestiegen... Es scheint, als wären die schon öfter auf dem Leonhardstein gewesen, aber irgendwie haben sie mir den Expeditions-Charakter der Tour etwas verdorben ;-)
Am Gipfel!
Welch Belohnung dann auf dem Gipfel! Sonne- und Wolken-Mix, gerade Platz für uns 7 (?), der Blick rüber zu Wallberg und Risserkogel, Halserspitz und Roß-und Buchstein und drüben der Fockenstein- rund um den Tegernsee bin ich echt schon gut im Berge Bestimmen ohne Karte! Den Leonhardstein erkennt man ja auch immer sehr gut.
Für den Weg nach unten habe ich dann doch mal die Grödel angezogen (ja, hätte ich vorher machen sollen, mitten im Steilhang wurde mir das auch noch mal nahe gelegt - aber ich fand den Hang zu heikel um mich gemütlich hinzusetzen und die Grödel anzulegen. Augen zu und hoch!). Runter gings schneller, aber angstrengend und rutschig und steil war es immer noch. Wir hatten ja jetzt unsere Spuren- aber durch die waren die 4 anderen ja schon 2 mal "getrampelt" also waren es z.T. tiefe Löcher aus inzwischen weichem schwammigem Schnee. Ständiger Wechsel zwischen tiefem Einsinken und eisigfesten Stellen, so dass das Abfliegen wie bei einigen der letzten Touren schwierig war.
Entspannung und Belohnung
Nun, irgendwann waren wir unten. Es wurde ebenerdig, dann kam wieder der Schlamm, und dann die Schilder zum "Wasserfall-Rundweg", der klang nun zwar nach Spaziergang und Nerven-Erholung, erforderte aber noch die Querung einer vereinsamten Skipiste. Die Wasserfällchen waren ein Anlass, wenigstens ein paar Fotos auf dieser Tour zu machen. Und dann wurde es Zeit für den Kuchen! Besser gesagt: Irmis Tortentraum, direkt an der Straße, an der Ampel, gegenüber vom Parkplatz. Meine beiden Begleiter haben sich ein Stück Schokosahnetorte geteilt, ich habe mich allein durch das Stück Schokocremetorte gekämpft. 2,90 Euro ist nun wirklich in Ordnung für 3 Milliarden Kalorien. Köstlich! Und so verdient, nach dieser Winterbegehung des Leonhardstein.
Also Fazit: im Nachhinein eine spannende Tour! Das Wetter war gut, wir waren ausgerüstet und fit und trittsicher genug, und es war sicher eine gute Vorbereitung für den Gletscherkurs im August. Die Gedanken kreisten lange um "wenn du fällst, unbedingt auf den Bauch legen und festkrallen und nicht mit den Füßen in den Schnee sonst überschlägst du dich" - und "hoffentlich gehen dann die kamera und das handy nicht kaputt".
PS: Fotos folgen später noch, erstens sind die nicht so toll (außer von der Torte) und zweitens fehlt mir gerade echt die Lust zum Bearbeiten- möget ihr mir vergeben.Ohne Bilder ist blöd, deswegen halt doch ein paar...
Neben wandern und bloggen und Bücher lesen und Eishockey gucken ist Geocaching eins meiner liebsten Hobbys. Zum Glück lässt es sich gut mit Outdoor-Aktivitäten verknüpfen, und wenn der letzte Schnee getaut ist, sollte sich bei jeder Wanderung oder Klettersteig-Tour eine Dose finden lassen.
Auf der Geocaching Seite habe ich einmal eine Liste angelegt mit Caches, die man auf Berggipfeln finden kann. Bei den Tourenberichten schreibe ich meist ja dazu, wenn wir unterwegs Dosen gefunden haben. Auf der Liste gibt es aber mal nur die bereits gefundenen mit Gipfelglück, sie wird ständig aktualisiert und ist nie vollständig.
Wer jetzt so gar keine Ahnung hat, von was ich hier rede und was Geocaching ist, der sollte sich mal dieses Video ansehen, und dann einfach mal ausprobieren. Geocacher gibt es überall und nehmen auch gerne mal Neulinge mit und erklären alles wichtige. Unter dem Video findet ihr noch ein paar Fotos von mir aus den letzten 3 Jahren.